Alte Klaviere

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ALTE KLAVIERE

Warum üben diese Instrumente einen derartigen Reiz aus? Wir denken, daß sie in klanglicher und ästhetischer Hinsicht viel verfeinerter sind als moderne Klaviere. Darüberhinaus sind sie, durch die große Verschiedenheit der einzelnen Marken, weit individueller und erlauben es jedem Spieler, das für ihn gemäße Instrument zu wählen.

Alte Klaviere sind prinzipiell obertonreicher und farbiger, in ihrem Charakter individueller, auch mechanisch sensibler und leichtgängiger, während es dem schweren modernen Flügel aus industrieller Produktion an Seele mangelt, ist er doch hauptsächlich für große Lautstärkenentfaltung konzipiert.

Wer nie eine Schubert-Sonate auf einem Wiener Flügel von ca. 1825, ein Klavierstück von Liszt auf einem deutschen oder französischen Flügel von 1850, ein Intermezzo von Brahms auf einem Streicher-Flügel von 1870 oder ein Prélude von Debussy auf einem Bechstein von 1890 gehört oder gespielt hat, weiß nicht, wozu ein Flügel in der Lage sein kann. Auf einem historischen Klavier kann man, wenn man die nötige Sensibilität hat und vor allem das Instrument anerkennt, wie es ist, ohne einen modernen Konzertflügel zu erwarten, viel leichter "schöne", das heißt singende, farbige und kultivierte Klänge herausbringen als auf jenem. Abgesehen davon lehren die alten Instrumente vieles über Musik und Klangstrukturen, weil der Gesamteindruck durchsichtiger ist.

Die Vielfalt an verschiedenen Instrumenten, die noch um 1900 anzutreffen war, ist einer schalen Einfalt gewichen. Das heutige Klavier ist das Resultat einer Entwicklung, die im späten 19. Jahrhundert in Amerika einsetzte und dann die ganze klavierbauende und -spielende Welt erfasste. So kommt es, daß die meisten modernen Klaviere sehr ähnlich klingen, weil sie praktisch einem einzigen Konstruktionsprinzip huldigen. Kritiker dieser Ansicht mögen einwenden, daß sich dieser Klaviertypus sozusagen "darwinistisch" durchgesetzt hat. Tatsächlich erleben wir heute im Klavierbau eine industrielle Massenproduktion, in der sich kulturelle Beschränktheit und weltumfassende Profitgier spiegeln.

Ein trauriges Bespiel für diesen Wandel der Ästhetik sind die Flügel mit Wiener Mechanik, wie sie etwa von 1860 bis 1930 gebaut wurden. Man sagt diesen Instrumenten nach, die Spielart sei zu schwer und zu behäbig, die dynamische Bandbreite zu gering etc. Tatsache ist, daß die Instrumente der guten bis ausgezeichneten Wiener Hersteller, wie Streicher, Bösendorfer, Schweighofer, Ehrbar und etlichen anderen, von den größten Musikern dieser Zeit (Brahms, Liszt u. a.) durchaus geschätzt und mit großem Lob bedacht wurden. Das Spiel auf diesen Instrumenten verlangt mehr Fingerspitzengefühl beim Anschlag; Klangexplosionen aus dem Arm heraus, wie auf einem modernen Klavier, sind unmöglich. Die meisten Pianisten sehen das wohl als gravierendsten "Nachteil" der Wiener Flügel.

Der Grund, warum wir neben historischen Instrumenten auch die früheren modernen restaurieren und anbieten, liegt in unserer Überzeugung, daß auch diese Klaviere noch auf Grund der besseren Qualität der vorhandenen Materialien und vor allem des schon erwähnten höheren ästhetischen Anspruchs, der um 1900 noch vorhanden waren, neuen Instrumenten einfach überlegen sind.


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Johann Frenzel, Linz 1841, kirschfurniert, Oberösterreichisches Landesmuseum
Johann Schrimpf jun., Wien 1856 (?), nußfurniert, Schubertgedenkstätte Schloß Atzenbrugg/NÖ
Johann Baptist Streicher, Wien 1851, rüsterfurniert, privat
Johann Baptist Streicher & Sohn, Wien 1870, palisanderfurniert, Klavieratelier
Carl Rönisch, Dresden um 1872, palisanderfurniert, Klavieratelier
Johann Baptist Streicher, Wien 1836, palisanderfurniert, privat
Johann Fritz, Wien um 1830, blumeneschenfurniert, Klavieratelier




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